Was bedeutet A-N-Erythristic:
Der rote Farbstoff (Erythrin) fehlt (A=nicht vorhanden) = A-N-Erythristic (ohne rot).
Erscheinung:
Durch die fehlenden roten Farbpigmente verschwinden auch alle rötlichen Mischfarben und die meisten gelben Pigmente, eine anerythristische Kornnatter erscheint daher gräulich-weiß bis hin zu vollständig schwarz-weiß. Es können aber, trotz des fehlenden Rotes, bräunliche bis brombeerfarbene Töne, vor allem an den Sattelflecken, vorkommen.
Anerythistic ist keine reine Zuchtfarbe, auch in der Natur kann man diese Zeichnungsvariante antreffen. Dies liegt vor allem daran, das die schwarz-weiß Färbung zur Tarnung noch geeignet ist. Rich Zuchowski sieht die Ursache darin, dass anerythristische Kornnattern auf den zahlreichen asphaltierten und schotterigen Straßen in Florida durch diese Zeichnung besser vor Räubern geschützt sind, d.h. vor allem aus der Luft von Freßfeinden kaum zu erkennen sind.¹
In der Zeichnung sollte nach dem allgemeinen Zuchtziel Gelb nur wenig bis gar nicht vorhanden sein, dennoch tritt eine teilweise erhebliche gelbe Restzeichnung immer wieder auf. Besonders im Bereich hinter dem Kopf und an den vorderen Flanken (Lateral) ist immer wieder Gelb zu finden, häufig entwickelt sich dieses Gelb erst mit den Jahren. Diese "Hartnäckigkeit" der gelben Pigmentfärbung ist züchterisch nur sehr schwer in den Griff zu bekommen. Kathy Love vermutet, dass diese gelbe Restzeichnung von der Nahrung kommt. Carotenoide sind für die Gelb- bzw. Orangefärbung in Nahrungsmitteln verantwortlich. Die Schlange nimmt diese Carotenoide über die Futtermäuse auf, denn diese Ernähren sich von pflanzlichen Produkten. Bewiesen ist diese zweifelhafte Annahme bisher nicht!º Außerdem ist ungeklärt, warum einige Exemplare mit zunehmenden Alter wieder einige Farben erzeugen, z.B. im Alter immer bräunlicher werden. Anzunehmen ist, dass ein zusätzlicher Mechanismus unterdrückte Farbpigmente mit zunehmendem Alter wieder erzeugen lässt. D.h. es gibt mehrere Wege der Produktion von Farbpigmenten.²
Vererbung:
Es ist bewiesen, das Anerythrismus rezessiv vererbt wird.
Es gibt verschiedene anerythristische Gendefekte, also Farbvarianten, bei denen Rottöne nicht vorkommen:
Anerythristic
Auch wenn sie nur eine der bisher bekannten Varianten darstellt, wird Typ "A" auf dem Markt als Anerythristic bezeichnet. Dies liegt daran, dass Typ "A" die erste bekannte anerythristische Farbvariante war. Typ "A" erkennt man an der oft erheblichen gelben und orange/roten Restzeichnung im Nacken, Hals und Bauch. Als einziges Betimmungsmerkmal reicht dies jedoch nicht aus!
Charcoal
Füher als Typ "B" bekannt. Diese Variante hat nur sehr selten gelbe Farbanteile, früher wurde das Vorhandensein von Gelb als Unterscheidungskriterium für Typ "A" oder "B" benutzt, heute sind aber auch Charcoals mit gelber Restzeichnung bekannt.
Cinder/Ashy
Eine neue von Rich Zuchowski 2004 entdecke Genreihe mit einer sehr rötlichen Dorsalzeichnung. Teilweise wird diese Variante als Typ "C" oder "Z" bezeichnet. Durch Z wollte man aber deutlich machen, das dieser Gendefekt in der phenotypischen Erscheinung stark von Anerythristic abweicht, denn die Tiere zeigen ein deutliches Rotbraun. Mittlerweile hat sich die Bezeichnung "Cinder" etabliert, wobei Rich Zuchowski diese Variante als Ashy bezeichnet.
Caramel
Caramel zeichnet sich durch einen sehr hohen Gelbanteil aus, es wird daher angenommen, dass Hyperxanthismus bei dieser Farbvariante einen zusätzlichen Einfluss hat.
Lavender
Diese anerythristische Farbvariante ist im juvenilen Alter lavendelfarbig, daher der Name Lavender. Das Lavender rubinrote Augen haben wurde anfangs generell angenommen. Heute ist man sich sicher, dass die rubinroten Augen eine eigene Genvariation darstellt und kein eindeutiges Kriterium für eine Lavender ist. Aufällig und ungeklärt ist jedoch, warum dieser Effekt bei Lavender besonders häufig anzutreffen ist. (Nicht verwechseln mit den hellroten Augen einer Amelanistic, rubinrot funkelnde Augen sind immer noch schwarz!)
Kastanie
Diese Farbvariante wurde in Deutschland entdeckt, Kastanie entwickelt (ähnlich wie Z) im laufe des Alterns erhebliche rostbraune Farbpigmente. Daher ist auch hier die Einteilung in die Spate der anerythristischen Farbvarianten provisorisch. Zur Zeit gibt es leider keine andere Aufteilung.
Black Albino?:
Diese Farbvariante wird oft als "Black Albino" oder nur als "Albino" bezeichnet, auch wenn es sich hier nicht um eine albinotische Form handelt. Albino kommt vom lateinischen "albus" = weiß. Unter Albinismus wird wissenschaftlich ein angeborener totaler oder partieller Pigmentmangel in der Haut und in der Regenbogenhaut im Auge infolge des Fehlens oder einer Fehlfunktion verschiedener Enzyme verstanden. Albinotische Tiere sind daher reinweiß mit roten Augen.
Kornnattern und Reptilien Allgemein haben vier Chromatophoren (Farbzellen):
1. Melanophoren - enthalten brau bis schwarze Pigmente (Melanin)
2. Erythrophoren - enthalten rote Pigmente
3. Xanthophoren - enthalten gelbe Pigmente
4. Iridophoren - enthalten farblose Kristalle
Wenn nun ein Farbtyp reduziert (hypo), verstärkt (hyper) oder gar nicht (A-) vorkommt, treten Farbvarianten auf.
Das Wegfallen nur einer Farbe wird bei der Kornnatter verwirrenderweise bereits als Albino bezeichnet, so gibt es rote (red), schwarze (black) oder weiße (blizzard) Albinos.
Interessantes:
Es gibt allerdings auch eine andere Sichtweise, die vor allem von Rich Zuchowski veröffentlicht wurde. Wenn einer Kornnatter die roten und gelben Farbpigmente genommen werden, müsste theoretisch eine eher weiße Schlange mit schwarzen Ringen herauskommen, also eine eher blasse Schlange. Die bekannten anerythristischen Kornnattern sind jedoch eher dunkel bis grau-schwarz mit fast einfarbigen schwarzen Sattelflecken. Es scheint also, als ob die roten und gelben Farbpigmente durch schwarze ersetzt werden. Rich fände daher die Bezeichnung Hypermelanistic passender als Anerythistic. Sicherlich eine Sichtweise, die kontrovers Diskutiert werden kann.¹
English
What does A-N-Erythristic mean: Complete lack (A = not existing) of red color (Erythrin) = A-N-Erythristic (without red).
Appearance:
Due to the lack of red pigments all reddish mix-colors and most of the yellow pigments disappear as well. Therefore, anerythristic corn snakes appear to be gray and white culminating in pure black and white coloring. Despite the entire lack of red color, however, brownish to blackberry colored tones may appear ? especially adjacent the saddles ("blotches"). Anerythristic is not a solely bred color. In nature this color can be found in variation since black and white coloring is a suitable camouflage. Rich Zuchowski sees the origin in the fact that the anerythristic corn snake pattern is an efficient protection from predators on the numerous asphalted and graveled streets in Florida, i.e. especially from skies they are hardly visible. Common breeding target is to erase or at least minimize the portion of yellow color. However, a partial significantly yellow pattern is still appearing consistently. Especially directly behind the head and at the anterior lateral surface yellow coloring can be found quite often, whereas it mostly appears throughout the years. This "doggedness" of the yellow pigments is difficult to control when breeding. Kathy Love assumed that this remaining yellow pattern is a result of the nutrition. Carotenoids are responsible for all yellow and orange coloration in food. Snakes assimilate Carotenoids via forage mice as these are fed with crops. However, no proof has yet been delivered for this doubtful assumption. Moreover, it is not yet clear why some exemplars continue producing some colors at an advanced age, e.g. becoming more and more brownish. It is assumable that an additional mechanism causes the production of suppressed pigments at an advanced age, i.e. there might be several ways of pigments production.
Inheritance:
It has been proven that anerythristic genes are inherited recessive.
Different anerythristic genetic defects exist, i.e. color variations ("morphs"), in which red tones do not appear:
Anerythristic
Although it represents just one of the known variations type "A" is commonly referred to as "Anerythristic" in the market, due to the fact of type "A" being the first known anerythristic color variation. Type "A" can be identified by the mainly significant yellow and orange/red remaining pattern in neck and venter. However, this is not a sufficient sole specification trait!
Charcoal
Formerly known as type "B". Yellow pigments are rarely shown in this variation, once the existence of yellow color was used for distinguishing between type "A" and "B". However, today even Charcoals with yellow remaining patterns are known as well.
Cinder/Ashy
A new genetic line, discovered in 2004 by Rich Zuchowski, with strong reddish dorsal patterns. Sometimes this variation is called type "C" or "Z". However, the letter "Z" shall reveal that this genetic defect clearly varies from the Anerythristic in terms of ist phenotypic appearance since the snakes show an obvious bay color.
Caramel
A high portion of yellow color is characteristic for Caramels. Therefore, it is assumed that Hyperxanthinism has an additional influence on this color variation.
Lavender
Eponymous for this anerythristic color variation is ist lavender color at ist juvenile age. Formerly, it was generally assumed that Lavenders have ruby eyes. Today it has been proven that the ruby eyes represent a separate genetic variation and is therefore no positive criteria for Lavenders. However, it is still unclear why Lavenders are notably often showing this effect. (Please don't be mistaken by bright red eyes of an Amelanistic ? ruby red blazing eyes are still black!)
Kastanie/Chestnut
This color variation was discovered in Germany. Chestnuts emerge extensive auburn pigments at an advanced age (similar to the "Z"). Therefore, again, a classification in the category of anerythristic color variations is provisional. Unfortunately, presently no other subdivisions exist.
Black Albino?:
Anerythristic is often called "Black Albino" or simply "Albino" although this is not an albinotic form. "Albino" derives from Latin "albus" = white. Albinism scientifically means a native complete or partial lack of pigments in skin and iris due to a lack or a malfunction of different enzymes. Therefore, albinotic animals are purely white with red eyes. Corn snakes and reptiles in general have four Chromatophores (color cells):
1. Melanophores ? contain brown to black pigments (Melanin)
2. Erythrophores ? contain red pigments (Erythrin)
3. Xanthophores ? contain yellow pigments (Xanthin)
4. Iridophores ? contain colorless crystals
In case a type of color is being reduced (hypo), intensified (hyper) or does lack at all (A-) color variations ("morphs") appear. Mostly, corn snakes with a lack of just one color are already called "Albino", i.e. red, black or white (Blizzard) albinos exist.
Interesting:
Another point of view still exists, published by Rich Zuchowski. In case red and yellow pigments are removed from a corn snake, theoretically this should result in a rather white snake with black rings ? a pale snake. However, the known anerythristic corn snakes are rather dark gray to black with almost unicolored black saddles ("blotches"). It seems that black pigments replace the red and yellow pigments. Therefore, Rich Zuchowski found, that the name "Hypermelanisti" more suitable than Anerythristic. Of course a view, which can be discussed controversially.
Dieser Gendefekt ist Bestandteil folgender Mix-Varianten:
º[Love95], S. 89f ¹[RichZ05] Internetseite ²[Love05], S. 163
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27 User Online | Zeit: 19:29 Uhr | Samstag, 31. Juli 2010
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