Mit dieser ersten farblichen Variation der Wildform begannen die Bemühungen, die Erscheinung bzw. Variabilität der Kornnattern explizit durch Farb- und Auswahlzucht zu beeinflussen. Die Veröffentlichung dieser Farbvariante erzeugte Anfang der 70er Jahre einen Kornnatterboom unter den amerikanischen herpentologie Hobbyisten. Die amelanistische Kornnatter, in Kurzform auch "Amel" genannt, ist heute mit ihren vielen Farbausprägungen die beliebteste und meist gehaltene Farbvariante. Auf Basis des Amelanistic-Genes basieren viele langjährige Auswahlzuchten.
Was bedeutet A-Melanistic:
Der schwarze Farbstoff (Melanin) fehlt komplett (A = nicht vorhanden) = A-Melanistic (ohne schwarz).
Entdeckung:
Die erste amelanistische Kornnatter wurde 1953 in Stanley County, North Carolina gefangen. Die schwarzen Farbpigmente waren bei diesem männlichen Tier vollständig verschwunden, es sah Rot/Gelb aus. Bis 1959 lebte das Tier in einem Naturkundemuseum für Kinder. Bernard H. Bechtel und seiner Frau Elizabeth ist es zu verdanken, dass dieser amelanistische Wildfang verpaart wurde. Sie kreuzten diesen Wildfang mit anderen "normalen" wildfarbenen Weibchen und erhielten 1959 in der F1 Generation 46, ausschließlich wildfarbene, Neonaten. Diese Jungtiere hatten aber alle nicht sichtbar die Veranlagung für Amelanismus vom Vater geerbt, d.h. sie waren Träger des Amelanistic-Gen. Man nennt dies "heterozygot" für Amelanistic. Der amelanistische Urvater starb leider kurz nachdem die erste Generation geschlüpft war. Die Jungtiere wurden untereinander verpaart und im Jahr 1961 trat in der F2 Generation der Amelanismus wieder auf. Dies bewies Herrn Bechtels Theorie, dass Amelanismus, nach den Mendelschen Gesetzen der Genetik, rezessiv vererbt wird.
Vererbung:
Mendelsches Gesetz in Bezug auf die Kornnatter (Uniformität und Spaltungsgesetz):
Kreuzt man zwei Kornnattern mit unterschiedlichen homozygoten Merkmalen (z.B. Amelanistic X Anerythristic), ist die erste Generation (Filialgeneration 1, kurz F1) untereinander gleich (Wildfarben). Die F1 Generation ist jedoch versteckt Träger der beiden Gendefekte. In der F2 Generation vermischen sich diese Gendefekt dann wieder und es treten in der %-Relation 50/25/25, Wildfarbe, Amelanistic und Anerythristic wieder auf.
Kurz: Rezessive Erbanlagen treten also phenotypisch erst wieder in der F2 Generation auf. Die F1 Generation ist gleich (Wildfarben), trägt jedoch die Erbanlagen, ist also heterozygot, für den jeweiligen rezessiven Gendefekt (Farbvariante).º
Eine ausführliche Darstellung der genetischen Vererbungslehre finden Sie im Genetik-Tutorial auf Kornnatter.de!
Erscheinung:
Von allen bisher bekannten Farbvarianten erscheint der Amelanismus in der größten Variabilität. Der Grundton ist gelblich bis rot-orange und die Sattelflecken rot-orange bis kräftig dunkelrot. Die Neonaten haben rote Sattelflecke auf weißem bis cremefarbenen Grund. Im Laufe des Alters wechselt die Grundfarbe meistens in einen Orangeton.¹ Die Ventralzeichnung (Bauchzeichnung) ist transparent bzw. perlmuttfarbig.
In der Regenbogenhaut des Schlangenauges befinden sich Cystin-Kristalle. Aufgrund der fehlenden schwarzen Pigmente sind diese Kristalle bei amelanistischen Farbvarianten transparent. Die Blutgefäße im Auge scheinen daher durch und lassen die Iris rötlich schimmern. Alle amelanistischen Farbvarianten haben daher gemeinsam, dass sie rote Augen haben.
Durch das Fehlen der schwarzen Pigmente (Melanin), verschwindet nicht nur die Sattelfleckumrandung und Ventralzeichnung, die anderen Farben werden zudem "entschleiert", d.h. sie werden deutlich brillanter und leuchtender. Melanin überdeckt bzw. beeinflusst auch die anderen Farbpigmente im hohen Maße. Die hohe Variabilität entsteht durch unterschiedliche Gewichtungen in den Farbpigmenten.²
Ist die Anzahl der roten Farbpigmente sehr hoch, entwickelt sich die Schlange dunkelrot, sind diese reduziert, wird sie vom Grundton sehr hell werden. Der nächste Schritt in der Farbzucht war also, die Gewichte der Farbanteile durch gezielte Auswahl der zu verpaarenden Elterntiere zu beeinflussen und die Farbgebung in eine bestimmte Richtung zu lenken. Man nennt dies Auswahlzucht.
Um die enorme Bandbreite dieser amelanistischen Variationen auf dem Markt für Kornnattern zu differenzieren, haben einige auswahlgezüchtete Varianten einen eigenen Handelsnamen bekommen. So entwickelten zum Beispiel Bill & Kathy Love in den 80er Jahren eine "non-white" Variation des Amelanismus, d.h. die Neonaten wiesen von Anfang an kein Weiß auf. Später wurde diese Farbvariante dann unter dem verkäuflicheren und einprägsameren Namen Sunglow "Sonnenschein bzw. Sonnenuntergang" bekannt. Diesen Kunstnamen haben sie ihren kräftigen roten Sattelflecken auf strahlenden orangen Grund zu verdanken.³
Dies war zugleich der Anfang der bis heute teilweise verwirrenden und individuellen, von Züchter zu Züchter unterschiedlichen Namensgebungen, deren Sinn und Unsinn teilweise bizarre Züge annimmt. Das Cornpedia hat daher unter anderem zum Ziel, die enorme Zahl der Namen zu Kategorisieren und einen "unnormierten" einheitlichen Standard zu erläutern, auf den sich die meisten Züchter mittlerweile geeinigt haben. Ausgangspunkt einer Bezeichnung sollte daher nach einhelliger Meinung immer eine genetische Prädisposition und deren Kombinationen sein. Auswahlzuchten sind derart variabel und sehr Linien- und Zuchtabhängig, dass hier nur anerkannte und weit verbreitete Zuchtbilder bzw. Zuchtziele einen eigenen Namen bekommen sollten. Wichtig ist, dass genetische Defekte unabhängig von der Erscheinung des Ausgangsmaterials vererbbar sind, Auswahlzuchten jedoch immer vom Aussehen beider Eltern abhängen und nicht heterozygot vererbbar sind!
Alle Farbzuchten basieren auf einem Gendefekt oder auf einer Kombination mehrerer Gendefekte, Auswahlzuchten sind weiter gezüchtete optische Variationen dieser genetischen Farbvarianten. Die Nachzuchten können also heterozygot nur die genetischen Merkmale der Eltern tragen, nicht die Auswahlzuchtmerkmale. Es gibt also z.B. kein het. Sunglow oder het. CandyCane, denn es sind alles Farbvarianten, die auf Amelanismus basieren, also immer het. Amelanismus sind.
Zum Einen müssen also bei Auswahlzuchten beide Elternteile optisch und genetisch der Variante entsprechen und sich dann das Jungtier auch noch optisch nach den Elterntieren richten. Wie und in welcher Variation jedes einzelne Tier dann den Amelanismus vererbt ist individuell, eine Vorstellung bzw. Ahnung kann nur eine Besichtigung der Eltern liefern.
Natürlich ist es möglich, dass eine auswahlgezüchtete Farbvariante auch zufällig in einem Gelege mit gleichen Genanlagen schlüpft, z.B. Sunglow in einem normalen Amelanistic Gelege. Von gezielter Zucht kann man bei solchen Zufällen aber nicht sprechen.
Red Albino?:
Die ersten amelanistischen Kornnattern wurden unter dem irreführenden Namen Red Albinos, teilweise auch nur Albino, für einige hundert Dollar gehandelt. Die immer noch oft verwendete Bezeichnung Red Albino ist aber irreführend, strenggenommen sogar falsch, da es sich beim Amelanismus nicht um eine albinotische Form handelt.
Albino kommt vom lateinischen "albus" = weiß. Unter Albinismus wird wissenschaftlich ein angeborener totaler oder partieller Pigmentmangel in der Haut und im Auge infolge einer Fehlfunktion verschiedener Enzyme verstanden. Albinotische Tiere sind daher reinweiß mit roten Augen. In der Natur ist der Albinismus bei wirbellosen Tieren häufiger anzutreffen, im Gegensatz zu Säugetieren erzeugt er jedoch keine weißen Tiere. Reptile Wirbeltiere, dazu zählt auch die Kornnatter, haben mehrere Farbanteile (Schwarz, Rot, Gelb), so dass hier genauer zu Unterscheiden ist, welche Farbe bei den Tieren nicht produziert wird. Wenn nun ein Farbtyp reduziert (hypo), verstärkt (hyper) oder gar nicht (A-) vorkommt, treten Farbvarianten auf. Zudem werden die Farben noch durch farblose Kristalle (Iridophoren) durch unterschiedliche Lichtbrechung beeinflusst. Man kann daher, wenn man den Begriff Albinismus trotz der Irreführung verwenden möchte, nur von einem Teil-Albinismus sprechen. Die einzige Farbvariante, die einem "echten" Albino am nächsten kommt, wäre eine Blizzard (Amelanistic Anerythristic Charcoal), doch selbst diese erzeugt teilweise noch erhebliche gelbe Farbpigmente.
Kornnattern und Reptilien Allgemein haben vier Chromatophoren (Farbzellen):
1. Melanophoren - enthalten braun bis schwarze Pigmente (Melanin)
2. Erythrophoren - enthalten rote Pigmente (Erythrin)
3. Xanthophoren - enthalten gelbe Pigmente (Xanthin)
4. Iridophoren - enthalten farblose Kristalle
Eine andere in England und den Niederlanden gängige Bezeichnung ist auch "Missing" also "Vermisst oder Fehlen" in Verbindung mit der nicht vorhandenen Farbe also Missing Black (Amelanistic), Missing Red (Anerythistic) und seltener aber vorstellbar Missing Yellow.
English
This was the first Colour Morph found in wild Corns, and with this Morph began the efforts to change the looks and to show the variety of Corns through Colour and Selective breeding. The introduction of this Morph to the public caused a Corn Snake boom by the American Herpetologie Hobby breeders in the early 70s. The Amelanistic or better known as ?Amel? Morph is with its variety and colour, the most kept Morph within the Corn Snake community. There are many Selective breeding programms that have been going for years that are based on the Amel gene.
What does Amelanistic mean:
The black colour pigment in the skin (Melanin) is completely missing (A=missing)= A-Melanistic (missing black)
Discovery:
The first Amel Corn Snake was caught in 1953 in Stanley County, North Carolina. The black pigment in the skin of the male animal was completely missing, he was red and yellow. This animal lived in a Natural museum for children until 1959. Bernhard H. Bechtel and his wife were the people who managed to pair this example with other Normal coloured Corn Snakes. In 1959 the F1 generation consisted of 46 eggs, all of which were Normal coloured hatchlings. These hatchlings were all carriers of the Amelanistic gene, only it was not possible to see, which means they were all heterozygote for Amel. The Amel vater deid unfortunately a short time after the F1 generation had hatched. The young Snakes were then paired with each other, and in 1961, in the F2 generation the Amel gene showed itself again. This proved the theory of Mr Bechtel, that Amelanism is a recessive inherited gene, according to the Mendel Laws of genetics.
Inheritance:
Medels Laws of genetics with Corn Snakes (Uniformity and splitting law)
If you cross 2 Corn Snakes who have different Homozygot characters (for example Amelanistic X Anerythristic), the F1 generation will all be the same (Normals). In the F1 generation there are hidden carriers of both gene mutations. This means in the F2 generation the 2 mutations meet and mix and they will show themselves in the percentage ratio 50/25/25, Normals, Amelanistic and Anerythristic.
In short: Recessive genes will first show as phenotype in the F2 generation. The F1 generation will all be the same (Normals), but they are carriers for the gene mutation, so they are heterozygote for the gene mutation (Morph)
Appearance:
Amelanism ist the most variable of all known Morphs. The ground colour is between yellowish colours to a red-orange colour, the saddles can be between red-orange colours to a dark red. The hatchlings have red saddles on top of a white to cream coloured ground colour. As time goes by this ground colour changes mostly to an orange colour, the ventral (belly) markings are usually transparent or pearl coloured.
In the Rainbow skin of a Snakes eye you will find Cystin Chrystals. Due to the lack of the black pigment in an Amelanistic animal, these Chrystals are transparent. The Arteries and Viens in the eye of the Snake can then be seen from outside, and this gives the iris has a red colouring to it. All Amelanistic Snakes have therefore one thing in common, they all have red eyes.
When the Melanin is missing it does not just make the saddle borders disappear and the ventral markings disappear, it also shows the true brightness of the other colours. Melanin covers or reduces other colour pigments in a big way. The great variety by Amelanism is due to the different levels of colour pigments in different snakes.
If the snake has a high percentage of red colour pigment then it will be a dark red snake, i fit has a low percentage of red colour, it will be a very light coloured snake. The next step in the Colour breeding was then to control the percentage of pigment through selective breeding, 2 dark red snakes paired with each other will normally bring out dark red hatchlings. This is known as Selective breeding.
Some selectively bred Morphs were given their own commercial name to try and differ between the wide varieties of Amelanistic Corn Snakes that were being sold. For example in the 80s Bill and Kathy Love had bred a ?non white? variation of the Amelanism, the hatchlings had no white whatsoever. This Morph was later renamed to what we now know as Sunglow. They received this name thanks to the bright red saddles on an orange background.
This was the start of the individual, from breeder to breeder different names for the same snakes some of which were given names with no sense or reasoning behind them. The Cornpedia, has the goal, all the different names to be put in categories, and to use a single standard, that most of the breeders have accepted and use themselves. The starting point of a new name should therefore always be the genetic predisposition and their combinations. Selectively bred snakes are very variable and very breeding line and breeder dependant, that for them it is only well known Morphs that get their own name. The most important point is that gene mutations can be inherited independent of the parent?s features. On the other hand selectively bred Morphs depend on the looks of both parents, and are not heterozygote inheritable.
All Morphs are based on one or a combination of more gene mutations. Selectively bred Morphs are just bred for their looks and not their genes. A selectively bred snake can only be heterozygote for the genetic features of the parents, not the selective bred features, which mean you, cannot have a het sunglow or het candy cane because they are both based on the Amelanistic gene, so they would be het Amelanistic.
A selective bred snake must come from parents that visually show the wanted effect, this would then be given to the offspring. Just how much or how little Amelanism in a snake is can only be guessed after seeing the parents.
It is also possible that a selectively bred Morph luckily appears in a clutch with other snakes with the same genes for example a sunglow in a clutch of normal Amels, but to speak of selective breeding here would be wrong.
Red Albino?:
The first Amelanistic snakes were falsely called Red Albinos, sometimes just Albino and sold for hundreds of dollars. The name which is still used a lot today is irritating and wrong, due to the fact that Amelanism is not a form of Albino.
The word Albino comes from the Latin word ?albus?= white. Scientifically Albinos are born with a total or partial lack of pigment in skin and eyes due to missing enzymes. Albino animals are therefore always white with red eyes. Albinos are more common under the invertebrates than by mammals. Reptiles have 3 colour pigments, red, black and yellow, which makes it easier to see which colour is missing. If a colour is reduced (hypo) or increased (hyper), or is completely missing (A-) then it is a Colour Morph. Another factor for the colour is the transparent Chrystals (Iridophoren), which break the light differently and vary the colours. So when we talk about Amelanistic Snakes being Albino it is wrong, they are only partial Albino. The only Morph that nearly becomes an Albino is the Blizzard (Amelanistic, Anerythristic, and Charcoal) but even Blizzards produce some yellow pigment.
Dieser Gendefekt ist Bestandteil folgender Mix-Varianten:
º[McE2/91], S. 11f ¹[RichZ05], Internetseite ²[Love95], S. 84f ³[Love05], S. 156f
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25 User Online | Zeit: 19:14 Uhr | Samstag, 31. Juli 2010
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